APEX RACEWIRE Redaktion

Hamilton macht Ferrari-Strategie für verpasstes Podest verantwortlich

Lewis Hamilton warnt Ferrari vor Mängeln in der Ausführung, nachdem Zögern an der Box ihm in Zandvoort das Podest kostete.

Von Nadia van Leeuwen - 2026-08-24T07:30:00.000Z - 2 Min. Lesezeit

Lewis Hamilton äußerte nach dem Großen Preis der Niederlande scharfe Frustration über Ferrari und argumentierte, dass träge taktische Entscheidungen ihm eine realistische Chance auf eine Podestplatzierung in Zandvoort gekostet hätten. Das Rennen endete mit dem Sieg von Lando Norris (McLaren) vor einem Mercedes-Doppelpodium mit Kimi Antonelli und George Russell. Hamilton überquerte die Ziellinie als Vierter, doch der Brite musste sich fragen, was möglich gewesen wäre, wenn sein Team entschlossener gehandelt hätte.

Auf einer alternativen Reifenstrategie fuhr Hamilton auf Teamkollege Charles Leclerc auf und war überzeugt, den Speed zu haben, um weiter vorne anzugreifen. Allerdings verlor er wertvolle Sekunden, während er darauf wartete, dass die Boxenmauer die Situation regelt. Über den Boxenfunk war sein Unmut unübersehbar – mit einer deutlichen Ansage an die Garage, als Leclerc endlich zu seinem Stopp geholt wurde.

Hamilton zog einen direkten Vergleich dazu, wie sein ehemaliges Team während des Rennens mit einem fast identischen teaminternen Dilemma umging. Mercedes inszenierte in der Schlussphase einen reibungslosen Positionstausch, als Antonelli mit frischeren Reifen auf Russell auflief. Russell stellte den Aufruf im Kampf um seine eigene Meisterschaftsposition zunächst infrage, gab aber schließlich widerstandslos nach, nachdem er den Geschwindigkeitsvorteil anerkannte.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff bezeichnete das Eingreifen als leichte Entscheidung von der Boxenmauer aus. Die Führung erklärte, vorab vereinbarte Regeln würden besagen, dass Teamkollegen auf unterschiedlichen Strategien nicht gegeneinander racen und wertvolle Zeit verlieren, wenn äußere Konkurrenten dicht dahinter lauern. Russell pflichtete dieser Logik nach der Zielflagge bei und merkte an, dass Antonelli ihn aufgrund des Reifenvorteils ohnehin überholt hätte.

Im Gegensatz dazu hatte Hamilton das Gefühl, dass Ferrari die klinische Effizienz vermissen ließ, die man an der absoluten Spitze benötigt. Mit Blick auf die Meisterschaftstabelle, in der Antonelli seinen Vorsprung ausbaute, betonte der siebenmalige Weltmeister, dass sich sein Rennstall keine durch Zögern verschenkten Punkte leisten könne. Er unterstrich, dass im Kampf um den WM-Titel jede einzelne Position zählt.

Hamilton liegt nun gemeinsam mit seinem Teamkollegen 59 Punkte hinter dem Meisterschaftsführenden. Zwar bekräftigte er seinen Glauben an das grundsätzliche Potenzial von Ferrari, Rennen und Titel zu gewinnen, machte jedoch unmissverständlich klar, dass die internen Abläufe umgehend straffer organisiert werden müssen. Die Themen taktische Timing und Teamorder sollen vor dem nächsten Lauf hinter verschlossenen Türen besprochen werden.

Zurück zu allen Formula 1-News