APEX RACEWIRE Redaktion
FIA International Court of Appeal prüft umstrittene Strafe des Monaco GP
McLaren und Red Bull fechten die Entscheidung an, Pierre Gaslys Podiumsplatz nach einem administrativen Fehler beim Boxengassen-Tempolimit wieder einzusetzen.
Von Sanne Vermeer - 2026-08-19T10:15:57.000Z - 2 Min. Lesezeit
Der anhaltende Streit um die Endwertung des Monaco Grand Prix 2026 landet nun vor dem International Court of Appeal der FIA. Der Weltverband hat bestätigt, dass am Dienstag, den 25. August, in der Pariser Zentrale eine nicht-öffentliche Anhörung stattfinden wird – im Anschluss an das niederländische Grand-Prix-Wochenende in Zandvoort.
Im Kern geht es um die Entscheidung, eine gegen Alpine-Pilot Pierre Gasly verhängte Zeitstrafe wegen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse aufzuheben. Die FIA räumte nach dem Rennen ein, dass das Tempolimit während des Events fehlerhaft berechnet worden war. Alpine erhielt daraufhin das Recht auf ein Berufungsverfahren, woraufhin die Strafe gestrichen wurde und Gasly vom siebten auf den dritten Platz aufrückte.
Diese rückwirkende Änderung löste eine Verschiebung in der Endwertung aus, wobei vor allem Isack Hadjar von Red Bull sein erstes Podium verlor. Hadjar, der nach der ursprünglichen Strafe gegen Gasly auf den dritten Rang vorgerückt war, wurde wieder auf den vierten Platz zurückgestuft; auch Oscar Piastri war von den Auswirkungen betroffen. Die Diskrepanz ergibt sich daraus, dass andere Fahrer mit vergleichbaren Strafen ihre Drive-Through- oder Zeitstrafen bereits absolviert hatten, während die rückwirkende Korrektur der FIA lediglich auf Gasly angewandt wurde.
McLaren und Red Bull haben formell Protest gegen die Aufhebung eingelegt und argumentieren, dass diese Entscheidung die Integrität des Sports untergrabe. In einer Stellungnahme betonte McLaren, dass die Teams in dem Glauben agierten, die während des Rennens angewandten Regeln und Prozeduren seien endgültig. Man warnte davor, dass nachträgliche Strafaufhebungen ein Umfeld schaffen, in dem Wettbewerber ungerechtfertigt benachteiligt werden, weil sie sich an die während des Rennens vollzogenen Regeln gehalten haben.
Der durch die Kehrtwende der FIA gesetzte Präzedenzfall stößt im Paddock auf Kritik. Oscar Piastri äußerte kürzlich die Sorge, dass der langwierige Prozess die offiziellen Rennergebnisse in der Schwebe lasse; solche Berufungszyklen machten es schwierig, lange nach dem Fallen der Zielflagge Gewissheit über die Platzierungen zu haben. Die Komplexität der Lage wird dadurch unterstrichen, dass auch Mercedes zuvor eine eigene Berufung in Erwägung zog, nachdem George Russell aufgrund eines Verfahrensfehlers bei einer Strafe auf Platz 12 zurückgefallen war, man sich jedoch letztlich dagegen entschied.
Während die bevorstehende Anhörung Klarheit über die Wertung des Monaco-Events bringen wird, bleibt der Fall ein zentraler Streitpunkt hinsichtlich der Konsistenz der sportlichen FIA-Reglements. Ob das Gericht die ursprünglichen Ergebnisse bestätigen oder Gründe für eine Wiederherstellung der Strafen finden wird, bleibt abzuwarten – doch das Urteil wird voraussichtlich nachhaltige Auswirkungen darauf haben, wie der Weltverband künftig mit administrativen Fehlern an Rennwochenenden umgeht.