APEX RACEWIRE Redaktion
Russell ärgert sich über VSC-Timing nach verpasstem Sieg in Monza
George Russell äußerte sich verärgert über den Zeitpunkt einer entscheidenden Virtual-Safety-Car-Phase in Monza, die Mercedes-Teamkollegen Andrea Kimi Antonelli zum Sieg führte.
Von Michael de Vries - 2026-09-07T08:16:55.000Z - 3 Min. Lesezeit
George Russell hat seine Frustration über den Zeitpunkt einer Virtual-Safety-Car-Phase geäußert, die den Ausgang des Großen Preises von Italien in Monza grundlegend veränderte. Der Mercedes-Pilot hatte das Rennen auf zu Beginn aufgezogenen harten Reifen angeführt, während Teamkollege Andrea Kimi Antonelli ihn auf gleich alten Medium-Reifen jagte. Als das Rennen in Runde 28 durch das VSC unterbrochen wurde, veränderte sich die strategische Landschaft augenblicklich.
Mercedes entschied sich, Antonelli während der Neutralisation an die Box zu holen, womit der italienische Fahrer frische Pneus für eine späte Aufholjagd erhielt. Antonelli nutzte diesen Vorteil, um die Lücke zu schließen und Russell nur vier Runden vor Rennende zu überholen. Russell räumte ein, dass der Zeitpunkt des Eingriffs seiner Strategie massiv geschadet hat.
Mit Blick auf die taktische Aufteilung erklärte Russell, dass, wenn überhaupt eines der Autos das Boxenstoppfenster nutzen würde, dies logischerweise sein Teamkollege sein musste. Der britische Fahrer gab jedoch zu, dass er leicht genervt war von dem exakten Moment, in dem das VSC ausgerufen wurde, was eine nahtlose Gelegenheit für einen günstigen Stopp bot. Max Verstappen, der zu diesem Zeitpunkt als Dritter hinter Antonelli fuhr, wies ebenfalls auf die Komplexität des Reifemanagements während des Rennens hin.
Vor der Unterbrechung hatten die beiden Mercedes-Piloten in einem intensiven teaminternen Duell mehrfach die Führung getauscht. Russell hatte das Gefühl, dass er mit fortschreitendem Rennen allmählich die Oberhand gewann. Er erklärte, dass er sich ausgiebig auf das Duell vorbereitet hatte und genau wusste, wie er den Energieeinsatz steuern musste, um sich effektiv zu verteidigen und gleichzeitig seine eigenen Angriffe zu timen.
Hätte sich Russell entschieden, während des VSC an die Box zu kommen, hätte dies das Team an der Boxenmauer vor eine komplexe logistische Herausforderung gestellt. Antonelli hätte entweder hinter seinem Teamkollegen auf den Service warten oder auf einer separaten Runde ohne den Luxus des VSC-Deltas reinkommen müssen. Russell merkte an, dass er selbst nie ernsthaft in Erwägung gezogen hatte, in die Boxengasse abzubiegen, da er erwartete, dass die Autos dahinter draußen bleiben würden.
Die Aufholjagd von Antonelli verlieh dem Endergebnis einen außergewöhnlichen Kontext, da der junge Pilot von Startplatz 19 ins Rennen gegangen war. Er gewann beim stehenden Start fünf Plätze und holte nach einem durch Charles Leclerc ausgelösten Roten Vorfall weitere vier Positionen auf. Bereits in Runde sieben war Antonelli bis auf den sechsten Platz nach vorn geklettert, was Russell frühzeitig erkennen ließ, dass sein Teamkollege an der Spitze ein ernsthafter Faktor werden würde.
Russell wies zudem darauf hin, dass die strategischen Dynamiken durch die Streckencharakteristik und die verfügbaren Motorenmodi verkompliziert wurden. Die Leistung des Überholmodus machte es für jeden Führenden extrem schwierig, aus dem Windschatten auszubrechen und sich vom Verfolgerfeld abzusetzen. Wer die Führung innehatte, blieb permanent anfällig für Konter, was während der Anfangsphase des Großen Preises für einen extrem engen Kampf sorgte.