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Verstappen schließt Le Mans für 2027 aus: Nürburgring und Spa haben Vorrang

Max Verstappen erteilt den 24 Stunden von Le Mans 2027 trotz einer Lücke im F1-Kalender eine Absage. Sein Fokus liegt stattdessen auf möglichen 24-Stunden-Einsätzen auf dem Nürburgring und in Spa.

Von Michael de Vries - 2026-09-23T13:41:44.000Z - 3 Min. Lesezeit

Max Verstappen Integralhelm 2024
Photo: Auge=mit / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Max Verstappen hat einem Start bei den 24 Stunden von Le Mans 2027 eine Absage erteilt. Damit dämpft er Spekulationen, der neu veröffentlichte Formel-1-Kalender ermögliche einen prominenten Einsatz auf dem Circuit de la Sarthe. Im Fahrerlager von Baku bestätigte der vierfache Weltmeister im Vorfeld des Großen Preises von Aserbaidschan, dass der französische Langstreckenklassiker trotz fehlender Terminkollision mit dem Grand-Prix-Kalender nicht in seinen Planungen für das kommende Jahr vorkommt.

Nachdem die Formel 1 ihren Terminkalender für 2027 vorgestellt hatte, machte sich im Paddock zunächst Euphorie breit: Die 95. Auflage der 24 Stunden von Le Mans wurde auf das Wochenende vom 12. und 13. Juni gelegt. Da das Rennen genau zwischen dem Großen Preis von Monaco und dem Großen Preis von Portugal liegt, schien sich aktiven Grand-Prix-Piloten die seltene Gelegenheit zu bieten, am Kronjuwel des Langstreckensports teilzunehmen, ohne einen WM-Lauf auszulassen.

Diese theoretische Option stieß jedoch schnell auf reglementarische Hürden. Zwar kollidiert das 24-Stunden-Rennen selbst mit keinem Grand Prix, doch der verpflichtende Le-Mans-Testtag für Neulinge ist genau auf jenes Wochenende terminiert, an dem die Formel 1 in Monte Carlo gastiert. Ein Verzicht auf diesen Rookie-Test ist laut Reglement nicht gestattet, was jeden Debütanten vor enorme logistische und organisatorische Probleme stellt. Ob Rennveranstalter oder potenzielle Starter eine Ausnahmeregelung erwirken können, ist unklar; für Grand-Prix-Fahrer – darunter auch Lando Norris, der bereits Interesse an dem 24-Stunden-Rennen bekundet hatte – bedeutet diese Überschneidung jedoch eine erhebliche Barriere.

In Aserbaidschan bezog Verstappen zu seinen fahrerischen Ambitionen abseits der Formel 1 klar Stellung. Le Mans sei vorerst vom Tisch, betonte der Niederländer, und jedes Nebenprojekt erfordere ausreichend Vorbereitungszeit. Auch wenn das Rennwochenende selbst frei von einem Grand Prix sei, verlange die Integration eines intensiven Langstreckenprogramms in einen ohnehin dichten Kalender eine sorgfältige Abstimmung statt eines überstürzten Kompromisses.

Statt des Circuit de la Sarthe richtet Verstappen den Blick auf etablierte GT3-Langstreckenrennen, bei denen er noch offene Rechnungen hat. Als bevorzugte Ziele für 2027 nannte er die 24 Stunden auf dem Nürburgring sowie die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Beide europäischen Klassiker bieten GT-Sport auf höchstem Niveau, und Verstappen bekräftigte seinen Wunsch, nach seinem früheren Einsatz auf den anspruchsvollen Eifelkurs zurückzukehren.

Diese Ambition rührt vor allem von seinem Debüt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring her, bei dem ihm der Gesamtsieg in der Schlussphase entglitt. Gemeinsam mit Jules Gounon, Dani Juncadella und Lucas Auer in einem Mercedes-AMG GT3 hatte Verstappen das Auto an die Spitze geführt, ehe gut drei Stunden vor Schluss ein Antriebswellenschaden alle Hoffnungen zunichtemachte. Der bittere technische Defekt kostete das Team einen historischen Triumph und bestärkte seinen Entschluss, auf der Nordschleife Revanche zu nehmen, sobald es die Formel-1-Verpflichtungen erlauben.

Wesentliche Details zu Verstappens Sportwageneinsätzen 2027 stehen noch aus – darunter Teamstrukturen, Fahrzeugwahl und die Frage, ob sein endgültiger Terminkalender beide Langstreckenrennen neben den Formel-1-Aufgaben zulässt. Fest steht: Le Mans muss warten. Vorerst gilt die volle Konzentration des vierfachen Weltmeisters dem Grand-Prix-Wochenende in Baku. Etwaige Sportwagenambitionen richten sich auf Deutschland und Belgien, nicht auf Frankreich.

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