APEX RACEWIRE Redaktion
Jan Przyrowski feiert ersten FREC-Sieg, während Titelkampf in Hockenheim auf Sonntag vertagt wird
Eine dramatische Kollision in der ersten Kurve in Hockenheim reißt das erste FIA-FREC-Championat vor dem Saisonfinale am Sonntag völlig auseinander.
Von Lesley Bakker - 2026-09-12T17:33:00.000Z - 3 Min. Lesezeit
Jan Przyrowski zeigte eine dominante Leistung und holte sich seinen ersten Sieg im Premierenjahr der FIA Formula Regional European Championship in Hockenheim, womit er zum elften unterschiedlichen Saisonsieger wurde. Der polnische Rennfahrer münzte seine starke Pace aus dem Training in eine makellose Fahrt um und führte alle achtzehn Runden des Auftaktrennens von Startplatz vier aus an. Während Przyrowski das Feld an der Spitze kontrollierte, spielte sich dahinter ein chaotischer Nachmittag ab, der für das sonntägliche Finale einen Vierkampf um den Titel bereitet.
Der Meisterschaftskampf erfuhr in der allerersten Kurve eine entscheidende Wendung, als Pole-Setter Sebastian Wheldon und Titelaspirant Emanuele Olivieri kollidierten. Olivieri versuchte ein Überholmanöver außen neben seinem amerikanischen Kontrahenten in Kurve 1, was zu einer Berührung führte, die den Italiener von der Strecke und sofort aus dem Rennen warf. Wheldon konnte zwar weiterfahren, fiel jedoch ans Ende des Feldes zurück und besiegelte damit einen schwierigen Nachmittag, der schlussendlich keine Punkte einbrachte.
Die Rennkommissare untersuchten den Vorfall in der ersten Runde und brummten Wheldon eine Zehnsekundenstrafe auf. Der Pilot von MP Motorsport erhielt im weiteren Rennverlauf eine zusätzliche Fünfsekundenstrafe wegen Verlassens der Strecke und Erzielens eines unfairen Vorteils, wodurch er schlussendlich auf dem zwanzigsten Platz gewertet wurde. Trotz seines frühen Ausscheidens behält Olivieri die provisorische Tabellenführung, wenngleich sein Vorsprung an der Spitze auf gerade einmal sieben Punkte geschrumpft ist.
Kean Nakamura-Berta profitierte von der frühen Hektik und steuerte seinen Prema-Wagen durch das Chaos auf den zweiten Platz. Das Podestresultat hievt Nakamura-Berta auf den zweiten Rang in der Fahrerwertung, womit er an Wheldon vorbeizieht und in unmittelbare Reichweite von Olivieri rückt. Rashid Al Dhaheri komplettierte das Podium als Dritter für R-ace GP nach einem echten Abnutzungskampf und konstanter Arbeit durch die Punkteränge.
Al Dhaheri profitierte vom späten Pech von Tomass Štolcermanis, der kurz vor Rennende auf Podestkurs liegend ausschied. Diese Rochade spülte Zhenrui Chi beziehungsweise Maksimilian Popov auf den vierten und fünften Rang. Dahinter überquerte Oleksandr Bondarev als bester Rookie im Van Amersfoort Racing boliden als Achter die Ziellinie, vor Miguel Costa und Salim Hanna.
Da die Top Vier der Gesamtwertung nur zwanzig Punkte trennen und im zweiten Qualifying sowie dem Rennen am Sonntag noch achtzig beziehungsweise achtundzwanzig Zähler zu vergeben sind, bleibt die Meisterschaft völlig offen. Nakamura-Berta erkannte die strategische Bedeutung seines Ergebnisses an und verwies gleichzeitig auf die unberechenbare Bedrohung durch eventuellen Regen. Al Dhaheri gab zu, dass das Glück bei seiner Aufholjagd nach einem schwierigen Wochenendstart auf seiner Seite war, womit der Titelkampf vollkommen ausgeglichen bleibt.
Während die Einzelwertung am Sonntag entschieden wird, machte R-ace GP den Gewinn der Teammeisterschaft bereits vor dem finalen Renntag fix. Das Programm am Sonntag beginnt um 09:40 Uhr Ortszeit mit dem zweiten Qualifying, gefolgt von dem alles entscheidenden Saisonfinale um 16:15 Uhr. Die letzten Duelle der neu etablierten Nachwuchsklasse werden zeigen, wer die erste Fahrertrophäe erbt.