APEX RACEWIRE Redaktion
Lewis Hamilton übernimmt die volle Schuld am Strategie-Gambit in Singapur
Lewis Hamilton hat die Verantwortung dafür übernommen, die Anweisungen der Ferrari-Boxenmauer beim Großen Preis von Singapur ignoriert zu haben, wodurch er nach einem Marathon-Stint auf weichen Reifen von einem Podestplatz auf Rang sechs abrutschte.
Von Lesley Bakker - 2026-10-12T13:36:10.000Z - 3 Min. Lesezeit
Lewis Hamilton hat die volle Verantwortung für seine kostspielige Entscheidung übernommen, die Ferrari-Boxenmauer beim Formel-1-Rennen in Singapur zu überstimmen. Der siebenmalige Weltmeister schien auf Marina Bay komfortabel auf dem Weg zu einem starken dritten Platz zu sein, bevor sein Nachmittag eine dramatische Wende nahm. Anstatt es Teamkollege Charles Leclerc gleichzutun und während einer virtuellen Safety-Car-Phase an die Box zu kommen, entschied sich Hamilton draußen zu bleiben und einen gewaltigen Stint von 44 Runden auf einem einzigen Satz weicher Reifen zu versuchen.
Das Gamble ging für den britischen Routinier spektakulär nach los. Als seine Reifen in der Schlussphase stark abbauten, büßte Hamilton seinen Podestplatz ein und fiel im Klassement bis auf den sechsten Rang zurück. Unmittelbar nach dem Fallen der Zielflagge entschuldigte er sich über Funk bei seinem Team dafür, sie enttäuscht zu haben. Da er sich nach dem körperlich anstrengenden Rennen unwohl fühlte, wurde er von seinen üblichen Medienverpflichtungen entbunden und verließ das Fahrerlager, während erste Zitate über Medienvertreter veröffentlicht wurden.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur stellte sich im Anschluss den Medien, um die folgenschwere taktische Divergenz zu erklären. Die Fragen der Journalisten drehten sich stark um die kollabierte Strategie, durch die Hamilton in der Schlussphase des Rennens durch das Feld gereicht wurde. Das Team hatte seinem Fahrer aufgetragen, gemeinsam mit dem Garagenpartner an die Box zu kommen, beugte sich jedoch schlussendlich dem Urteil des Piloten auf der Strecke, der auf einer für extrem schwieriges Überholen bekannten Strecke versuchte, sich die Streckenposition zunutze zu machen.
Am Montag brach Hamilton sein Schweigen über den Vorfall in einem Social-Media-Beitrag und wandte sich damit erstmals seit dem Verlassen der Strecke an die Öffentlichkeit. Er räumte ein, dass das enttäuschende Ergebnis allein auf seine eigene Kappe ging und nicht auf die Vorbereitungen des Teams zurückzuführen war. Auf einem Kurs, auf dem das Überholen notorisch schwer ist, sah sich der Fahrer gezwungen, einen alternativen Weg zu gehen, um die taktische Pattsituation zu durchbrechen, auch wenn er freimütig zugestand, dass der gewählte Pfad nicht den erhofften Ertrag brachte.
Hamilton bezeichnete die Episode als harte Lektion und erklärte, dass er die volle Verantwortung für die Entscheidungen trage, die er aus dem Cockpit heraus getroffen habe. Er merkte an, dass mutige taktische Wetten im Spitzensport gelegentlich nach hinten losgehen, was den Wettkämpfer in die Pflicht nehme, Fehler einzugestehen und sich auf die kommenden Läufe zu konzentrieren. Trotz des schmerzhaften Abstiegs im Klassement äußerte er sich tief dankbar für die grundlegende Pace seines Autos und die unermüdliche Arbeitsmoral der Mechaniker über das gesamte Wochenende.
Die verlorenen Punkte haben erhebliche Auswirkungen auf den Stand in der Weltmeisterschaft, da die Saison in ihre finale Phase eintritt. Hamilton liegt in der Fahrerwertung derzeit nur noch acht Punkte vor Red-Bull-Pilot Max Verstappen, der sich in Singapur den dominanten zweiten Sieg in Folge gesichert hatte. Hamilton machte deutlich, dass sein sechster Platz die im Auto steckende konkurrenzfähige Geschwindigkeit nicht korrekt widerspiegelte.
Mit Blick auf das kommende Rennen kündigte Hamilton an, beim nächsten Zusammentreffen der Meisterschaft beim Großen Preis der USA zurückzuschlagen. Das nächste Event ist zwischen dem 23. und 25. Oktober angesetzt und bietet dem Ferrari-Piloten eine sofortige Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Zudem sprach er den Zuschauern in Singapur seine Anerkennung aus, die das gesamte Rennwochenende über für lebendige Energie gesorgt hatten, und versprach, seine Konzentration in eine stärkere Leistung bei der Rückkehr nach Nordamerika zu kanalisieren.