APEX RACEWIRE Redaktion

Mercedes spart an Updates, während die Konkurrenz nachlegt

Mercedes hat die Fahrzeugentwicklung im Vergleich zu Ferrari und McLaren gedrosselt, was an der Spitze zu einer spürbaren Verschiebung führt.

Von Ruben Smit - 2026-08-25T06:35:52.000Z - 2 Min. Lesezeit

Formula One drivers' world championship cup 1954 Juan Manuel Fangio Mercedes-Benz Museum
Photo: Morio / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Das Kräfteverhältnis an der Spitze der Formel 1 hat im Saisonverlauf eine deutliche Wandlung durchlaufen. Mercedes dominierte die Anfangsphase der Saison, gewann die ersten sechs Grands Prix und sicherte sich zehn Polepositions in Folge. Allerdings holte das Team aus Brackley in den darauffolgenden sechs Läufen nur noch zwei Siege, und McLarens Lando Norris war bei den letzten beiden Events in der Qualifikation schneller als der jeweils beste Mercedes.

Eine statistische Aufschlüsselung des Qualifying-Temps verdeutlicht diese veränderte Dynamik. In den ersten sechs Rennen hielt Mercedes einen durchschnittlichen Vorsprung von 0,453 Sekunden pro Runde auf den nächsten Verfolger. Seit dem Großen Preis von Monaco ist dieser Vorsprung deutlich geschrumpft und liegt bei 0,163 Sekunden auf Ferrari sowie 0,270 Sekunden auf McLaren. Gleichzeitig hat sich auch Red Bulls Rückstand im selben Zeitraum verringert.

Der zugrundeliegende Faktor für diese Leistungsannäherung ist ein drastischer Unterschied im Entwicklungstempo. Daten des Automobilverbands zeigen, dass Mercedes seit Saisonbeginn insgesamt 24 neue Teile eingeführt hat. Konkurrenzteams gingen dagegen weitaus aggressiver bei ihren Update-Zyklen vor und brachten 37 neue Teile bei Red Bull, 38 bei McLaren und 40 bei Ferrari an den Start. Mercedes teilt sich derzeit mit Williams die geringste Anzahl an registrierten Updates im Feld und liegt damit sogar hinter finanzschwächeren Teams wie Haas.

Zu dem spärlichen Entwicklungsprogramm im Rahmen der Budgetobergrenze von 215 Millionen Dollar befragt, erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, dass die Ressourcenverteilung der primäre Engpass sei. Demnach fehlt dem Rennstall der finanzielle Spielraum, um in demselben Tempo wie die Konkurrenz fortlaufend neue Komponenten ans Auto zu schrauben. Stattdessen hat sich das Team entschieden, die Ausgaben gleichmäßig über das Jahr zu verteilen, um die Weltmeisterschaftspunkte zu maximieren.

Wolff zog zudem in Zweifel, ob die Konkurrenzteams ihre hohen Ausgaben und die rasche Einführung neuer Teile bis zum Jahresende durchhalten können. Eine alternative Interpretation der Mercedes-Strategie lautet, dass die hohen Anfangsinvestitionen in der Design- und Aufbauphase des aktuellen Autos weniger finanzielle Mittel für In-Season-Updates ließen oder dass Gelder für kommende große Pakete zurückgehalten wurden.

Dieser taktische Ansatz bei den Ausgaben geht mit drohenden Zuverlässigkeitsproblemen für den Tabellenführer einher. Da die Saison in ihre Schlussphase biegt, drohen den beiden Fahrern Kimi Antonelli und George Russell Startplatzstrafen, weil sie ihr erlaubtes Kontingent an Motorenteilen überschreiten.

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