APEX RACEWIRE Redaktion

JCB Hydromax stellt vorläufigen Wasserstoff-Landgeschwindigkeitsrekord in Bonneville auf

Andy Green fährt den wasserstoffbetriebenen JCB Hydromax in Utah auf 406,320 mph und pulverisiert damit die alte Bestmarke aus dem Jahr 2004 – vorbehaltlich der offiziellen FIA-Ratfizierung.

Von Ruben Smit - 2026-08-11T18:29:00.000Z - 2 Min. Lesezeit

Photo: https://www.flickr.com/photos/mrlaugh/ / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Auf den Salzflatschen von Utah wurde ein neuer Meilenstein der Wasserstofftechnologie gesetzt: Der JCB Hydromax erzielte dort einen vorläufigen FIA-Weltrekord für Landgeschwindigkeiten von Fahrzeugen mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor. Gesteuert von Wing Commander Andy Green erreichte das Fahrzeug auf der fliegenden Meile in Bonneville eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 406,320 mph (653,909 km/h). Diese Leistung übertraf die bisherige Bestmarke von 185,5 mph, die BMW mit dem H2R im Jahr 2004 aufgestellt hatte, mühelos.

Die Ratifizierung liegt nun bei der FIA Land Speed Records Commission, nachdem der Dachverband, sein amerikanischer Mitgliedsclub ACCUS und lokale Streckenposten die Aufsicht führten. Das Reglement verlangte zwei Durchfahrten in entgegengesetzter Richtung über die gemessene Distanz innerhalb eines strengen Zeitfensters, wobei der offizielle Wert aus der Durchschnittsgeschwindigkeit beider Läufe berechnet wird. Technische Abnahme, unabhängige Zeitmessung und Sicherheitsprüfungen wurden während des gesamten Versuchs vor Ort durchgeführt.

Unter der stromlinienförmigen Karosserie steckt seriennahe Technik statt eines maßgeschneiderten Rennmotors. Die Leistung stammte aus derselben Wasserstoff-Verbrennungsarchitektur, die für Industrieanlagen entwickelt wurde – das Ergebnis eines 100-Millionen-Pfund-Engineering-Projekts, aus dem bereits über 200 emissionsfreie Einheiten hervorgegangen sind. Laut JCB-Chairman Lord Bamford war das zentrale Anliegen des Projekts zu beweisen, dass kommerzielle Standardmotoren auch bei extremen Geschwindigkeiten zuverlässig arbeiten können.

Hinter dem Lenkrad fügte Green seiner eindrucksvollen Karriere auf dem Salz ein weiteres Kapitel hinzu. Zwei Jahrzehnte nachdem er den dieselbetriebenen JCB Dieselmax am selben Ort auf 350,092 mph beschleunigte, kehrte der ehemalige RAF-Pilot zurück, um Wasserstofftechnologie in Neuland zu führen. Green, der mit der überschallschnellen ThrustSSC seit 1997 auch den absoluten Landgeschwindigkeitsrekord von 763,035 mph hält, beschrieb das Fahrzeug während der Hochgeschwindigkeitsläufe als bemerkenswert stabil.

Der Versuch lieferte zudem eine praktische Bestätigung für die laufende technische Evaluierung alternativer Kraftstoffe durch die FIA. Obwohl der World Motor Sport Council Anfang 2024 die Lagerung von flüssigem Wasserstoff als primären Standard für zukünftige Rundstreckenwettbewerbe genehmigt hatte, gewährten die Regelhüter eine spezifische Ausnahme für Landgeschwindigkeitsversuche: Aufgrund der einzigartigen Bedingungen auf der Geraden wurden sowohl gasförmige als auch flüssige Speicherkonfigurationen zugelassen.

Die beim Lauf gesammelten Daten fließen in die Sicherheitsparameter und technischen Rahmenbedingungen ein, die von der FIA Technical and Safety Department überwacht werden. Während künftige Meisterschaftsreglements eher zu flüssiger Speicherung tendieren, bleiben Telemetriedaten aus gasförmigen Systemen für neue Kategorien wie den Extreme H World Cup direkt anwendbar. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem betonte, dass der erfolgreiche Lauf demonstriere, wie emissionsfreie Technologie unter strengen Wettbewerbsbedingungen extreme Leistung erbringen kann.

Zurück zu allen Formel-1-News