APEX RACEWIRE Redaktion
United Autosports und TF Sport sichern Titel bei dramatischem Portimao-Finale
Ein chaotisches 4-Stunden-Rennen in Portimao entschied die Meisterschaften durch späte Strafen und packende Duelle in Portugal.
Von Michael de Vries - 2026-10-11T14:19:00.000Z - 4 Min. Lesezeit

Die Saison 2026 der European Le Mans Series ging mit einem chaotischen und dramatischen 4-Stunden-Rennen von Portimao in Portugal zu Ende, bei dem die Titel in den letzten Momenten des Rennens entschieden wurden. United Autosports sicherte sich die LMP2-Gesamtwertung nach einer dominanten Leistung der von der Pole-Position gestarteten Crew des Oreca mit der Startnummer 22. Griffin Peebles kontrollierte die Anfangsphase an der Spitze, bevor er das Cockpit an seine Teamkollegen übergab. Ben Hanley überquerte die Ziellinie mit zwölf Sekunden Vorsprung auf das Verfolgerfeld und sicherte dem Team gemeinsam mit den Teamkollegen Peebles und Gregoire Saucy den ersten Klassentitel seit 2020.
Hinter dem dominanten Fahrzeug von United Autosports komplettierten die Orecas von IDEC Sport (Nr. 18) und Inter Europol Competition (Nr. 43) das Gesamtpodium. Unterdessen fuhr der amtierende Meister von 2025, Esteban Masson, auf den vierten Platz, was für das Team Forestier Racing by Panis ausreichte, um sich einen begehrten Startplatz für die 24 Stunden von Le Mans zu sichern. Der Kampf um die Vorherrschaft in der Division LMP2 Pro-Am bot in der Schlussrunde noch mehr dramatische Szenen, als TDS Racing kurz vor dem Ziel einen herben Rückschlag erlitt.
Scott Huffaker schien den Pro-Am-Titel für TDS Racing sicher in der Hand zu haben, nachdem er die Klasse in der Schlussstunde angeführt hatte. Der Oreca von Algarve Pro Racing mit der Startnummer 20 und Pilot Malthe Jakobsen drängte in der Endphase vehement darauf, den Führenden einzuholen, obwohl dem dänischen Fahrer die Zeit davonzulaufen schien. Eine dramatische Wendung trat jedoch ein, als Huffaker in der letzten Runde wegen Missachtung der Streckenbegrenzungen bestraft wurde. Die daraus resultierende Durchfahrtsstrafe wurde in eine Zeitstrafe umgewandelt, die das Fahrzeug mit der Nummer 14 hinter den Oreca von CLX Motorsport mit der Startnummer 47 auf den dritten Platz zurückwarf.
Die späte Strafe bescherte dem Trio von Algarve Pro Racing mit Michael Jensen, Enzo Trulli und Malthe Jakobsen den Sieg und den LMP2 Pro-Am-Titel. Der Meisterschaftskampf hatte zuvor bereits für Aufregung gesorgt, als das führende AF-Corse-Fahrzeug mit der Nummer 83 technische Probleme bekam, was das italienische Team zu einem Boxenstopp zwang und sie in der Klasse auf den elften Platz zurückwarf. In der LMP3-Kategorie verteidigte der Ligier von CLX Motorsport mit der Startnummer 17 seine Krone durch einen dominanten Start-Ziel-Sieg und lag im Ziel eine volle Runde vor den nächsten Verfolgern.
Paul Lanchere holte sich seinen zweiten LMP3-Titel in Folge gemeinsam mit Alexander Jacoby, der seinem früheren Erfolg in der Asian Le Mans Series nun die europäische Krone hinzufügte, während Louis Iglesias Vize-Meister wurde. Die Titelverteidigung für CLX Motorsport wurde dadurch erleichtert, dass ihre Hauptkonkurrenten in der Meisterschaft, der Duqueine von R-ace GP mit der Startnummer 85, eine Runde verloren – durch ein ungünstig getimtes Strategie-Risiko während der Virtual Safety Car-Phase, verschlimmert durch eine rote Ampel an der Boxenausfahrt. Dieser Zwischenfall machte die Meisterschaftschancen des Herausforderers endgültig zunichte.
Der Kampf um die LMGT3-Meisterschaft spitzte sich in einem packenden Mehrkampf bis zur letzten Sekunde zu. Tom Sargent von Proton Competition steuerte den Porsche mit der Startnummer 75 zu einem überlegenen Rennsieg, doch die deutsche Truppe benötigte ein Abschneiden von TF Sport schlechter als Rang zwei, um sich den Titel zu schnappen. Charlie Eastwood sah sich im Corvette mit der Startnummer 33 unerbittlichem Druck ausgesetzt und wehrte die Angriffe von Benjamin Paque im Porsche von High Class Racing mit der Startnummer 54 sowie Mathys Jaubert im Ferrari von Kessel Racing mit der Startnummer 57 ab.
Als der Kampf in der letzten Runde seinen Höhepunkt erreichte, erhielt Jaubert eine harte Drei-Minuten-Stop-and-Go-Strafe für das Einfahren in die Boxengasse während einer Full Course Yellow. Die Strafe nahm den Druck von Eastwood, der die Corvette mit einundzwanzig Rückstand auf den siegreichen Porsche ins Ziel brachte. Das Ergebnis sicherte Eastwood aufeinanderfolgende LMGT3-Titel, die er sich mit den US-amerikanischen Teamkollegen Blake McDonald und Alec Udell teilte. Die in der Meisterschaft führenden Mercedes-AMG von Team Qatar by Iron Lynx mit der Startnummer 62 hatten ihre Titelhoffnungen bereits zuvor im Rennen nach einer Boxengassen-Geschwindigkeitsstrafe begraben müssen.
Das ereignisreiche Finale in Portugal ließ den Vorhang für eine weitere intensive Langstrecken-Saison fallen. Da sich mehrere Meisterschaften durch späte Strafen, technische Probleme und taktische Risiken entschieden, boten die 4 Stunden von Portimao einen absolut unvorhersehbaren Saisonabschluss.