APEX RACEWIRE Redaktion
FIA fördert karibische Talente durch Ausbau des Kartsports in Trinidad und Tobago
Die FIA stärkt die regionale Renninfrastruktur, während Trinidad und Tobago den Nations Cup Caribbean 2026 ausrichtet und so seinen Status als Hub für Nachwuchstalente festigt.
Von Sanne Vermeer - 2026-08-20T12:20:00.000Z - 3 Min. Lesezeit

Das Bestreben der FIA, Wege in den Motorsport in der Karibik zu formalisieren, erreichte diesen Monat einen wichtigen Meilenstein: Trinidad und Tobago war Gastgeber des Nations Cup Caribbean 2026 auf dem Frankie Boodram Wallerfield International Raceway. Die Veranstaltung diente als praktische Demonstration der Strategie des Weltverbandes, den Einstieg in den Rennsport in der Region zu standardisieren, wobei das FIA Motor Sport Funding Programme zur Unterstützung der viertägigen Juniorenmeisterschaft genutzt wurde.
Über das Renngeschehen hinaus bot das Event eine Bühne für hochrangigen politischen Austausch. Daniel Coen, FIA-Vizepräsident für Sport in der Region Nord-, Zentralamerika und Karibik, führte offizielle Gespräche mit dem Minister für Handel, Investitionen und Tourismus von Trinidad und Tobago, Senator Satyakama Maharaj. Diese Unterredungen unterstrichen das Bestreben, den Motorsport in die regionale Entwicklung zu integrieren, wobei ein besonderer Fokus darauf liegt, wie durch die Zugänglichkeit an der Basis eine langfristige Talentförderung in Richtung internationaler Serien gelingen kann.
Der Wettbewerb selbst stellte technische Chancengleichheit in den Vordergrund – ein Kernpunkt des aktuellen regionalen Entwicklungsmodells der FIA. Alle dreizehn Teilnehmer im Alter von 10 bis 15 Jahren steuerten identische Karts, die von der Barbados Motoring Federation bereitgestellt und gewartet wurden. Durch das Eliminieren von Ausrüstungsunterschieden zielt die Serie darauf ab, die instinktive Fahrweise und das Können der Piloten in den Mittelpunkt zu stellen, was ein transparenteres Bewertungsverfahren für junge Fahrer beim Aufstieg in den Klassen ermöglicht.
Auf der Strecke untermauerte das Gastgeberland seine regionale Dominanz. Das Team aus Trinidad und Tobago verteidigte seinen Titel von der Eröffnungsveranstaltung 2025 in Barbados und sicherte sich mit 208 Punkten die „Champion Nation“-Trophäe. Der Erfolg wurde maßgeblich von Jonathan Charan angeführt, dem Sieger der Einzelwertung, der zusammen mit seinen Teamkollegen – Abhishek Ramdeen, Axl Garcia, Christian Gajadhar und Varin Bhimsingh – Barbados, Jamaika und Bermuda hinter sich ließ.
Die logistische Zusammenarbeit hinter der Veranstaltung – an der die Trinidad and Tobago Automobile Sports Association, die Trinidad and Tobago Karting Association sowie die Barbados Motoring Federation beteiligt waren – unterstreicht den vernetzten Ansatz, den die FIA zunehmend in Amerika verfolgt. Durch die Bündelung von Ressourcen und Fachwissen versuchen die Mitgliedsverbände, einen nachhaltigen Kreislauf für Nachwuchsfahrer aufzubauen, der nicht von der Infrastruktur eines einzelnen Landes abhängig ist.
Coen betonte, dass der Austausch mit der lokalen Regierung entscheidend sei, um diese Dynamik aufrechtzuerhalten. Während die FIA danach strebt, ihren Einfluss in Nord- und Zentralamerika auszuweiten, dient der Erfolg des Nations Cup Caribbean als Vorlage dafür, wie regionale Meisterschaften genutzt werden können, um die Lücke zwischen Amateur-Karting und den höheren Stufen der Motorsportpyramide zu schließen. Nachdem das Fundament für den Einstieg in den Sport nun fest in Wallerfield verankert ist, stellt sich die Frage, ob diese regionalen Kooperationen kontinuierlich Fahrer hervorbringen können, die den Sprung auf die internationale Bühne bewältigen.