APEX RACEWIRE Redaktion
Antonelli fährt von Startplatz 19 zu emotionalem Monza-Sieg
Mercedes-Pilot Kimi Antonelli trotzte einer Startstrafe und unterschiedlichen Strategien, um einen chaotischen Italien-Grand-Prix zu gewinnen.
Von Michael de Vries - 2026-09-06T19:34:53.000Z - 3 Min. Lesezeit
Kimi Antonelli lieferte auf dem Autodromo Nazionale Monza eine Glanzleistung ab, als er sich von Startplatz 19 durch das Feld pflügte und einen emotionalen Heimsieg feierte. Der Mercedes-Pilot überwand eine motorbedingte Startstrafe sowie ein dramatisches Rennen über 53 Runden, wodurch er seine WM-Führung gegenüber Teamkollegen George Russell auf 66 Punkte ausbaute. Russell überquerte die Ziellinie 3,857 Sekunden hinter dem Sieger, während Max Verstappen im Red Bull das Podest als Dritter komplettierte.
Der Nachmittag begann mit einem Schreckmoment in der ersten Schikane, als Charles Leclerc Lewis Hamilton ins Gras drängte und den siebenmaligen Weltmann weit nach hinten warf. Kurz darauf übernahm Pole-Setter Pierre Gasly die frühe Führung für Alpine, ehe in der zweiten Runde die rote Flagge geschwungen wurde. Leclerc verlor am Ausgang der letzten Kurve die Kontrolle über seinen Ferrari und schlug heftig in die Streckenbegrenzung ein, was eine Unterbrechung zur Instandsetzung der Infrastruktur zur Folge hatte. Leclerc blieb bei dem Highspeed-Unfall unverletzt.
Beim Neustart übernahm Russell wieder das Kommando an der Spitze, während Antonelli seine fulminante Aufholjagd im Mittelfeld fortsetzte. Der italienische Rookie machte in den Anfangsrunden sieben Plätze gut und lieferte sich bald intensive Duelle mit der Spitzengruppe. Dank unterschiedlicher Batterie-Einsätze und Überholmodi an den Hybrid-Antriebseinheiten wechselten die Spitzenreiter Schlag auf Schlag die Positionen. Verstappen übernahm kurzzeitig die Führung, bevor Russell zurückschlug und Antonelli Jagd auf beide Piloten machte.
Eine entscheidende taktische Wende trat ein, als Lance Stroll seinen Aston Martin wegen eines Hydraulikdefekts abstellen musste und damit ein Virtual Safety Car auslöste. Während Russell draußen blieb, um seine Reifen bis ins Ziel zu bringen, steuerten Antonelli und Verstappen die Boxengasse für frische Medium-Reifen an. Auf Platz sechs ins Feld zurückgekehrt, schnappte sich Antonelli Hamilton sowie die McLarens von Lando Norris und Oscar Piastri, um den 15-sekündigen Rückstand auf seinen führenden Teamkollegen zu verkürzen.
Gegen Rennende bekam Russell massive Probleme mit dem Reifenabbau, wodurch Antonelli in Schlagdistanz kam. Ein erster Überholversuch von Antonelli in Runde 49 in der ersten Schikane endete in einem Bremsplatten und einem kurzen Ausflug ins Kiesbett, wodurch Russell die Position behielt. Der Pace-Vorteil erwies sich jedoch als ausschlaggebend, und Antonelli setzte in der darauffolgenden Runde zwischen den Lesmo-Kurven und Ascari zum entscheidenden und sauberen Manöver an.
Hinter dem Führungstrio sicherte sich Norris den vierten Platz nach einem harten späten Duell mit McLaren-Teamkollegen Piastri, den er um gerade einmal 0,197 Sekunden hinter sich ließ. Hamilton erholte sich von seiner schwierigen Startrunde und wurde Sechster vor Gasly, während Arvid Lindblad, Franco Colapinto und Yuki Tsunoda die Punkteränge komplettierten. Audi legte im Anschluss offiziell Protest gegen Tsunoda bei den Rennkommissaren ein und argumentierte, der Racing-Bulls-Pilot habe nach Verursachung einer Extra-Formationsrunde unter roter Flagge nicht die Boxengasse angesteuert.