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FIA testet Prototypen von Abflussfiltern beim Zandvoort-GP

Der Automobilweltverband erprobt in Zandvoort neue Entwässerungsfilter, um Reifenabrieb und Mikropartikel vor dem Eintritt in lokale Gewässer aufzufangen.

Von Sanne Vermeer - 2026-08-20T15:32:00.000Z - 2 Min. Lesezeit

Der Formel-1-Grand-Prix der Niederlande dient als Schauplatz für ein neues Umweltforschungsprojekt, das darauf abzielt, wassergebundene Verschmutzungen abzufangen, bevor sie das Streckengelände verlassen. Die vom Motorsport-Dachverband gemeinsam mit akademischen und industriellen Partnern entwickelte Initiative konzentriert sich darauf, Gummifragmente, Mikroplastik und Staub abzufangen, die vom Regenwasser von der Asphaltdecke gewaschen werden.

Obwohl Formel-1-Autos im Vergleich zum öffentlichen Straßennetz nur einen Bruchteil der gesamten Verkehrsemissionen verursachen, bietet das kontrollierte Umfeld eines Rennwochenendes ein nützliches Testgelände. Nicolas Aubourg, Leiter F&E beim Verband, wies darauf hin, dass der Motorsport als Labor für Versuchslösungen dienen kann, die letztlich auch dem alltäglichen Straßenverkehr zugutekommen.

Der technische Aufbau basiert auf einer Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin und dem deutschen Ingenieur-Start-up Urbanfilter. Das Projekt ging aus einer Vermittlung der Audi Environmental Foundation hervor und baut auf Konzepten zur Straßenablauffiltrierung auf, die 2020 eingeführt wurden, um Straßenverschmutzungen möglichst nah an ihrer Quelle aufzufangen.

Ingenieure haben im vergangenen Jahr Abflussproben auf dem Circuit Zandvoort gesammelt, um die spezifische Partikelzusammensetzung während Rennwochenenden zu analysieren. Diese Erkenntnisse führten direkt zum Entwurf zweier maßgeschneiderter Prototypen-Filtereinheiten, die im Vorfeld des niederländischen Laufs installiert wurden.

Die im Entwässerungsnetz der Rennstrecke positionierten Zwillingsfilter decken rund 3.300 Quadratmeter Strecke im Bereich der Boxengasse und der ersten Kurve, der Tarzanbocht, ab. Labortests des modularen Systems hatten zuvor Abscheidegrade von bis zu 99 Prozent für wassergetragene Partikel bei normalen Regenwasser-Abflussraten nachgewiesen, bei einem erwarteten jährlichen Wartungszyklus.

Der Standort Zandvoort wurde aufgrund seiner Küstennähe gewählt, wo der Schutz der lokalen Wasserqualität eine gesteigerte ökologische Bedeutung hat, sowie weil die europäische Logistik in etwas mehr als einem Jahr einen zügigen Fortschritt vom Konzept zur Hardware erlaubte. Das Imperial College London ist ebenfalls in die breitere Forschungsarbeit eingebunden und hat zuvor Partikelemissionen bei Veranstaltungen wie dem Großen Preis von Belgien und Le Mans überwacht.

Sollten sich die Zandvoorter Prototypen unter realen Rennbedingungen bewähren, hoffen die Projektverantwortlichen, die Technologie an anderen Rennstrecken des Kalenders einzuführen. Die Organisatoren schlagen vor, dass temporäre Installationen auf Stadtkursen dauerhaft verbleiben könnten, um nach dem Abzug der Formel 1 bei der Filterung des alltäglichen städtischen Straßenabflusses zu helfen.

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