APEX RACEWIRE Redaktion

Cadillacs Kraftakt: In neun Monaten aus dem Nichts zum F1-Rennteam

Race-Team-Manager Peter Crolla erklärt, wie Cadillac vor dem Debüt 2026 Personal rekrutierte und die Streckenorganisation aufbaute.

Von Michael de Vries - 2026-08-18T16:30:03.000Z - 2 Min. Lesezeit

Cadillac-Race-Team-Manager Peter Crolla hat den intensiven neunmonatigen Kraftakt beschrieben, mit dem die reisende Streckenmannschaft des US-Rennstalls vor dem Formel-1-Debüt von Grund auf aufgebaut wurde. Nachdem Crolla ab 2016 fast ein Jahrzehnt lang am Aufbau von Haas in der Startaufstellung mitgewirkt hatte, wurde er nach frühen Gesprächen mit dem ehemaligen Teamchef Graeme Lowdon verpflichtet, um die neueste operative Einheit des Sports zu leiten.

Als Crolla im April ankam, betrieb Cadillac zwar bereits ein Werk in Silverstone, doch das Einsatzteam für die Grands Prix existierte noch nicht. Gemeinsam mit dem neu ernannten Logistikmanager Pete Simmons und Chefmechaniker Nathan Divey musste Crolla vor dem Saisonauftakt in Melbourne unverzichtbare Boxenausrüstung beschaffen, Abläufe für den Fahrzeugaufbau etablieren und Boxenstopp-Prozeduren entwickeln.

Der Aufbau der Belegschaft erforderte den Umgang mit den üblichen Paddock-Vertragsbedingungen. Kündigungsfristen bei Konkurrenzteams lagen typischerweise zwischen drei und sechs Monaten, was eine aggressive Rekrutierungsstrategie erzwang. Die meisten Mitarbeiter stießen in der zweiten Jahreshälfte 2025 zum Team und stiegen direkt in die intensive Vorbereitung ein, während täglich Paletten mit Ausrüstung am britischen Standort eintrafen.

Laut Crolla war den von etablierten Rennställen kommenden Mitarbeitern klar, dass ein Startup nicht die schlüsselfertige Stabilität von Teams wie Ferrari oder Mercedes bieten würde. Der Reiz lag vielmehr in der Freiheit, Arbeitsabläufe ohne bürokratische Hürden zu gestalten – selbst wenn dies während der Aufbauphase im Winter lange Schichten und hohen persönlichen Einsatz verlangte.

Cadillac richtete seine Debütsaison an drei Kernsäulen aus: respektable Teilnahme, Aufbau von Zuverlässigkeit und Entwicklung von Performance. Die Mannschaft hielt jede anfängliche Fertigungsfrist ein, einschließlich eines ersten Shakedowns bei eisigen Bedingungen in Silverstone im Januar, bevor in Australien erfolgreich ein Auto die Zielflagge sah.

Dieser erste Meilenstein ist inzwischen der härteren Realität des Wettbewerbs gegen erfahrene Rivalen gewichen. An den vergangenen Rennwochenenden traten Zuverlässigkeitsmängel und operative Schwierigkeiten auf, wobei ein mühsamer Großer Preis von Österreich als Tiefpunkt herausstach, als Aston Martin im Duell am Ende des Feldes vorbeizog.

Nachdem der frühere Renault-Manager Marcin Budkowski nun als Teamchef eingesetzt ist, bereitet sich der Rennstall bereits auf die nächste Expansionsphase vor. Neben den laufenden Entwicklungen in Silverstone soll im kommenden Jahr ein neuer US-Standort in Indiana in Betrieb genommen werden, um die langfristigen Ambitionen in der Startaufstellung zu stützen.

Zurück zu allen Formula 1-News