APEX RACEWIRE Redaktion

Pierre Gasly sichert sich atemberaubende Poleposition beim Italien-GP in Monza

Pierre Gasly holte in Monza seine erste Formel-1-Poleposition überhaupt und schlug George Russell und Oscar Piastri in einem spannenden Qualifying.

Von Lesley Bakker - 2026-09-05T22:45:47.000Z - 3 Min. Lesezeit

Pierre Gasly lieferte beim Samstags-Qualifying auf dem Autodromo Nazionale Monza eine sensationelle Leistung ab und eroberte die erste Poleposition seiner Formel-1-Karriere. Der Alpine-Pilot setzte sich nach einer fehlerfreien Schlussrunde unter enormem Druck an die Spitze des Klassements. Rückblickend auf diesen Meilenstein bemerkte Gasly, dass es seit seinem Einstieg in den Sport eine Wartezeit von neun Jahren gebraucht habe, um eine Poleposition zu sichern. Das Resultat knüpft an seine vorherige Historie auf dem ikonischen italienischen Kurs an, wo er bekanntermaßen seinen ersten Grand-Prix-Sieg errungen hatte.

Mercedes-Pilot George Russell qualifizierte sich als Zweiter und verpasste die Poleposition, die er in Reichweite sah, um lediglich sechs Hundertstel. Russell gab zu, dass seine Session etwas zerfahren und durch Verkehr auf der Strecke beeinträchtigt worden war; er verwies dabei ausdrücklich auf eine unübersichtliche Situation mit Max Verstappen und Kimi Antonelli zu Beginn ihrer schnellen Runden. Obwohl er den Spitzenplatz verpasste, äußerte sich der Mercedes-Fahrer zufrieden mit seiner generellen Form seit der Rückkehr aus der Sommerpause und betonte, zuversichtlich hinsichtlich seiner Long-Run-Pace für das Rennen am Sonntag zu sein.

Oscar Piastri komplettierte die Top Drei für McLaren und sicherte sich Startplatz drei, obwohl er bei seiner letzten schnellen Runde in der ersten Schikane die Vorderräder blockierte. Piastri erklärte, dass das Anführen der Autos aus der Boxengasse ihn anfällig für Geschwindigkeitsunterschiede und schmutzige Luft gemacht und ihn zu einem allzu optimistischen Bremsversuch gezwungen habe. Der junge Australier räumte ein, dass das Auto zwar um Monza herum möglicherweise nicht die absolute Pace seiner Rivalen besitze, ein Start von weit vorn ihn jedoch in eine gute Ausgangslage versetze, um von frühem Rennchaos zu profitieren.

Das Qualifying spielte sich vor dem Hintergrund außersportlichen Dramas für Gasly ab, der auf Fragen zur Entscheidung des Internationalen Berufungsgerichts einging, die ihm sein früheres Podestresultat aus Monaco aberkannt hatte. Zwar gab der Alpine-Pilot zu, dass die Situation alles andere als ideal war und unnötige Reibung in sein Wochenende brachte, doch kanalisierte er den Frust in Motivation auf der Strecke. Er bekräftigte, dass die starke Ausführung des Teams und die ausgewogene Abstimmung des Autos die primären Treiber hinter seinem plötzlichen und überraschenden Leistungssprung waren.

Taktische Spielchen gingen am Wochenende über den Asphalt hinaus, wobei Gasly und Russell ein laufendes Schachduell über Chess.com offenbarten, das im Anschluss an die Fahrerbesprechungen ausgetragen wurde. Die humorvolle Rivalität sorgte für einen heiteren Moment in der Pressekonferenz nach dem Qualifying, obgleich beide Piloten im Cockpit rasch wieder hochgradig fokussiert waren. Russell scherzte, dass er nach einer Niederlage gegen Gasly kurz vor der Session gehofft hatte, auf der Rennstrecke die Oberhand zurückzugewinnen, nur um mitanzusehen, wie der Franzose ihn erneut knapp übertrumpfte.

Mit Blick auf den Grand Prix am Sonntag stehen die Startplatzersten vor unterschiedlichen strategischen Überlegungen auf Monzas Hochgeschwindigkeitsgeraden. Gasly hat den besten Startplatz mit freier Sicht voraus inne, auch wenn er anmerkte, dass Vergleiche der Long-Run-Pace gegenüber seinen engsten Verfolgern eine Unbekannte bleiben. Unterdessen droht Piastri eine nachträgliche Vorladung zu den Stewards wegen eines angeblichen Behinderns von Liam Lawson während des zweiten Qualifying-Segments.

Während sich das Formel-1-Feld auf das Erlöschen der Ampeln vorbereitet, bleibt der Kampf an der Spitze zwischen Alpine, Mercedes und McLaren eng beieinander. Da hohe Topspeeds in Monza eine entscheidende Rolle spielen, dürfte der Sprint zur ersten Schikane einen dramatischen Start in das Rennen am Sonntag bescheren, während das Verfolgerfeld Jagd auf den historischen Polesitter macht.

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