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Wolff bremst Titelerwartungen bei Antonelli: Zuverlässigkeitssorgen bei Mercedes

Toto Wolff weigert sich trotz 50 Punkten Vorsprung, Kimi Antonelli als Titelfavoriten zu bezeichnen, und verweist auf Sorgen um die Motorzuverlässigkeit sowie drohende Startplatzstrafen.

Von Michael de Vries - 2026-08-18T11:15:50.000Z - 2 Min. Lesezeit

Photo: Liauzh / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat Spekulationen gedämpft, wonach Kimi Antonelli der klare Favorit auf die Fahrer-Weltmeisterschaft sei, und gewarnt, dass anhaltende Zuverlässigkeitsprobleme den Vorsprung des Teenagers von 50 Punkten schnell zunichtemachen könnten.

Antonelli erarbeitete sich sein komfortables Polster an der Tabellenspitze durch eine bemerkenswerte Siegesserie von fünf Rennen, die von China bis Monaco reichte. Damit liegt der Italiener zur Saisonhalbzeit souverän vor Lewis Hamilton, doch bei Mercedes bleibt man vorsichtig, da der Punkteabstand über die tatsächliche operative Standfestigkeit des Teams hinwegtäuschen könnte.

Technische Probleme in Barcelona und Großbritannien verhinderten bereits, dass Antonelli seinen Vorsprung an der Spitze noch weiter ausbaute. In beiden Fällen machte er mit scheinbar besseren strategischen Karten Jagd auf einen Ferrari – erst auf Hamilton in Spanien und dann auf Charles Leclerc in Silverstone –, ehe mechanische Rückschläge seinen Vormarsch bremsten.

Mit Blick auf den Titelkampf weigerte sich Wolff, den Annahmen im Fahrerlager zu folgen, solange mechanische Risiken über Mercedes schweben. „Es ist noch zu früh, um das zu sagen“, so Wolff. „Ich bin abergläubisch. Auch wenn der Vorsprung 50 Punkte beträgt, stehen noch so viele Rennen an. Ein oder zwei Ausfälle können das Blatt komplett wenden, und wir waren bei der Zuverlässigkeit nicht gerade großartig.“

Der Teamchef unterstrich, dass der Fokus an jedem Grand-Prix-Wochenende voll auf operativer Disziplin liegen müsse. „Wir müssen einfach weiterhin jeden einzelnen Tag von Freitag bis Sonntag maximieren, und dann wird es am Ende hoffentlich reichen“, erklärte Wolff zur Arbeitsweise des Teams.

Auf der anderen Seite der Mercedes-Box gab es ähnlichen mechanischen Frust für George Russell, der in der Gesamtwertung mit 59 Punkten Rückstand auf Antonelli auf Rang drei liegt. Russell verlor in Kanada einen wahrscheinlichen Sieg, als sein Motor im harten Rad-an-Rad-Duell mit Antonelli ausging, was die grundlegende Anfälligkeit des Autos verdeutlichte.

Diese vergangenen Ausfälle und Hardware-Defekte erhöhen für beide Fahrer das Risiko von Startplatzstrafen im weiteren Saisonverlauf wegen Überschreitung des Motorenkontingents. Wolff räumte ein, dass Mercedes entscheiden müsse, wann und wo frische Komponenten eingesetzt werden, falls Strafen unvermeidlich werden, wenngleich er Rückversetzungen gerne vermeiden würde.

Strecken wie Monza und Baku bieten sich auf dem Papier dank guter Überholmöglichkeiten an, um eine Motorstrafe in Kauf zu nehmen. Zwar wäre eine Strafe in Monza bei Antonellis Heim-Grand-Prix bitter, doch Wolff deutete an, dass dies auch Druck nehmen könnte. Die endgültigen Entscheidungen hängen jedoch von der Zuverlässigkeitsentwicklung und Gesprächen mit seinem Vater Marco ab.

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