APEX RACEWIRE Redaktion
Fittipaldi stärkt Hamilton im Titelkampf den Rücken: Ferrari-Umschwung nimmt Form an
Der zweimalige Weltmeister Emerson Fittipaldi meint, dass kleinere 2026er-Autos und technische Vertrautheit Lewis Hamiltons Titelkampf bei Ferrari neues Leben eingehaucht haben.
Von Lesley Bakker - 2026-08-11T10:07:38.000Z - 2 Min. Lesezeit

Die anfängliche Skepsis bezüglich des Wechsels von Lewis Hamilton zu Ferrari ist stetig gewichen. Der zweimalige Formula 1-Weltmeister Emerson Fittipaldi verweist auf die starke erste Hälfte der Saison 2026 des Briten als eindeutigen Beweis für dessen unveränderte Schnelligkeit. Auf dem zweiten Platz der Fahrermeisterschaft hat Hamilton nach einer anspruchsvollen Debütsaison an der Seite von Charles Leclerc ein deutlich solideres Fundament in Maranello geschaffen.
Zu beobachten, wie Hamilton seine Autorität an der Spitze des Feldes wiederherstellt, hat für Fittipaldi eine persönliche Bedeutung. Zweifel an der Leistungsfähigkeit eines älteren Fahrers sind für den Brasilianer vertrautes Terrain: Er sah sich in den Schlusskapiteln seiner eigenen Rennfahrerkarriere in der Formula 1 und der IndyCar mit ähnlicher externer Kritik konfrontiert.
Im Gespräch mit F1.com äußerte Fittipaldi seine Freude darüber, dass sowohl Hamilton als Ferrari wieder auf konkurrenzfähigem Niveau agieren. Er hob hervor, wie schnell die öffentliche Wahrnehmung umschlägt, wenn ein erfahrener Pilot eine schwierige Phase durchmacht, und merkte an, dass Kritiker nachgewiesene Sieger oft zu voreilig abschreiben, bevor der gesamte Kontext berücksichtigt wird.
Ein wesentlicher Faktor für Hamiltons Schwung liegt laut Fittipaldi in den physischen und aerodynamischen Eigenschaften der Fahrzeuggeneration von 2026. Mit kleineren Chassis-Abmessungen und insgesamt geringerem Abtrieb als bei früheren Generationen bietet die aktuelle Bolidengeneration eine anspruchsvollere Fahrzeugbalance, die rohes Feingefühl am Steuer erfordert.
Fittipaldi ist überzeugt, dass diese technischen Anforderungen Hamiltons natürlicher Fahrzeugbeherrschung und seinen verfeinerten Instinkten direkt entgegenkommen. Gepaart mit einem vollen Jahr Vertrautheit mit den Ferrari-Ingenieuren und den internen Abläufen hat dieses Fahrgefühl dem siebenmaligen Champion ermöglicht, eine höhere Konstanz abzurufen.
Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte hofft Fittipaldi, dass Hamilton den Druck im Titelkampf aufrechterhalten und ein echtes Duell um die Meisterschaft zwischen Ferrari und seinem früheren Team Mercedes erzwingen kann. Ein anhaltender Kampf an der Spitze wäre nach seiner Einschätzung das ideale Aushängeschild für den Sport.
Fittipaldi lobte auch Ferrari-Teamchef Fred Vasseur und erinnerte an ihre frühere Zusammenarbeit, als Vasseurs Team ART Grand Prix den Einsatz von Fittipaldis A1 Team Brazil betreute. Da er Vasseurs Führungstil aus erster Hand erlebt hat, bleibt der Brasilianer zuversichtlich, dass der Teamchef das Potenzial besitzt, Maranello durch einen Meisterschaftskampf auf höchstem Niveau zu führen.