APEX RACEWIRE Redaktion
Russell holt Zandvoort-Sprint-Pole vor Antonelli-Problemen
George Russell hat sich die Poleposition für das Sprintrennen beim Großen Preis der Niederlande gesichert und Lando Norris um nur 0,041 Sekunden geschlagen.
Von Michael de Vries - 2026-08-21T17:03:06.000Z - 2 Min. Lesezeit
George Russell hat eine schwierige erste Saisonhälfte in der Formel 1 hinter sich gelassen und sich die Poleposition für das Sprintrennen in Zandvoort gesichert. Der Mercedes-Pilot fuhr in einem hart umkämpften Einheiten-Shootout eine Bestzeit von 1:11,567 Minuten und verwies McLaren-Rivalen Lando Norris um gerade einmal 0,041 Sekunden auf den zweiten Platz.
Frisch von seiner Verlobung während der Sommerpause scherzte Russell am Boxenfunk, er habe nach dem Antrag an Carmen Montero Mundt etwas Gewicht verloren. Teamchef Toto Wolff merkte schmunzelnd an, dieser persönliche Meilenstein habe dem Briten spürbaren Druck von den Schultern genommen. Russell räumte ein, dass sein Selbstvertrauen nach einer schwierigen Rennserie nicht auf dem Höchststand war, und bezeichnete die Session als willkommene Erinnerung an sein eigenes Können.
Hinter dem Führungstrio sicherte sich Oscar Piastri im zweiten McLaren den vierten Platz und blieb innerhalb einer Zehntelsekunde der Pole-Zeit. Tabellenführer Andrea Kimi Antonelli erlebte hingegen einen komplizierteren Nachmittag. Der junge Italiener leistete sich in der Anfangsphase der Session einen Ausflug ins Kiesbett, beschädigte den Unterboden seines Autos und verlor wertvollen Abtrieb, ehe er sich mit dem fünften Platz begnügen musste – über zwei Zehntel hinter seinem Teamkollegen.
Red-Bull-Pilot Max Verstappen tat sich schwer damit, auf dem verwinkelten niederländischen Kurs ausreichend Grip und Balance zu finden, und kam nicht über Rang sechs vor Ferrari-Veteran Lewis Hamilton hinaus. Pierre Gasly fuhr für Alpine auf den achten Platz, während Gabriel Bortoleto und Arvid Lindblad die Top Zehn für Audi beziehungsweise Racing Bulls komplettierten. Liam Lawson verpasste bei seiner Rückkehr in das A-Team von Red Bull knapp den Einzug ins finale Shootout und wurde Elfter vor Ersatz-Teamkollege Yuki Tsunoda.
Weiter hinten im Feld kämpften mehrere Fahrer mit technischen Macken und Handling-Problemen. Aston Martin erlebte eine schwierige Session: Fernando Alonso fiel bis ans Ende des Feldes zurück, nachdem sich das DRS seines Heckflügels nicht aktivieren ließ, was durch Probleme mit der Leistungsabgabe des Motors noch verschlimmert wurde. Williams und Haas belegten unterdessen die hinteren Mittelfeldplätze; Carlos Sainz und Oliver Bearman schieden jeweils in den frühen Phasen aus.
Paddock-Beobachter merkten an, dass Konkurrenten wie Ferrari und McLaren zwar sichtbare Aerodynamik-Updates nach Zandvoort gebracht hatten, Mercedes auf einer einzelnen schnellen Runde jedoch knapp die Oberhand behielt. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf das verkürzte Sprintrennen über 24 Runden, in dem Reifenmanagement und Longrun-Pace darüber entscheiden werden, ob Russell seinen Startvorteil in maximale Punkte ummünzen kann.