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McLaren debütiert mit rotierendem 'H-Wing'-Heckflügel beim Großen Preis von Italien
McLaren setzt in Monza auf ein eigenes Design mit rotierendem Heckflügel namens H-Wing – als direkte Antwort auf das Konzept, das Ferrari bei den Wintertests erstmals zeigte.
Von Ruben Smit - 2026-09-01T16:25:35.000Z - 3 Min. Lesezeit

Der Fokus an der Strecke von Monza wird an diesem Wochenende klar auf dem Heck des McLaren liegen, wenn das Team aus Woking seine eigene Interpretation des rotierenden Heckflügels auf die Bahn bringt. Die vom Rennstall offiziell als H-Wing bezeichnete aktive Aerodynamikstruktur soll beim Großen Preis von Italien ihr Renndebüt geben. Sowohl Autosport als auch Motorsport.com berichteten im Vorfeld des ersten Freien Trainings über den geplanten Einsatz und bestätigten, dass McLaren nach monatelanger Evaluierung renntaugliche Teile fertiggestellt hat.
Das mechanische Herzstück des Konzepts bildet eine Baugruppe, die sich um volle 180 Grad um die eigene Achse drehen kann. Statt sich rein auf herkömmliche starre Profile zu verlassen, wechselt die aerodynamische Vorrichtung je nach Streckenabschnitt zwischen zwei klar definierten Betriebszuständen: Auf schnellen Geraden klappt das Flügelprofil in einen speziellen Geradeaus-Modus, um Luftwiderstand abzubauen, während das Anbremsen und Durchfahren von Kurven die Konstruktion veranlasst, in ihre Kurvenkonfiguration zu rotieren und so den unverzichtbaren Abtrieb wiederherzustellen.
Monza gilt als unbarmherziges Testgelände für eine derart extreme mechanische Lösung. Da das Autodromo Nazionale Monza auf seinen langen Geraden höchste Topspeeds verlangt und zugleich stabiles Anbremsen vor den Schikanen einfordert, belohnt der Kurs von Natur aus jeden technischen Kniff, der den Luftwiderstand minimiert, ohne Stabilität in den Kurven einzubüßen. Mit einer Baugruppe, die sich physisch umdreht, anstatt nur eine kleine Klappe zu öffnen, zielt McLaren darauf ab, den grundlegenden aerodynamischen Kompromiss für das Rennen im königlichen Park optimal zu nutzen.
Die Ursprünge des Designs reichen bis in die Saisonvorbereitung zurück, als Ferrari das Fahrerlager bei den Wintertests mit einer ersten Version überraschte. Zu sehen, wie die Scuderia eine rotierende Fläche erprobte, gab den Anstoß für die Aerodynamik-Abteilungen der Konkurrenz, die Umsetzbarkeit dieses Ansatzes zu prüfen. Anstatt das Konzept als Test-Kuriosität abzutun, stellte McLaren Konstruktionsressourcen bereit, um eine eigene, maßgeschneiderte Interpretation dieser Idee des umkehrbaren Flügels zu entwickeln.
Die Umsetzung dieser ersten optischen Eindrücke in rennfertige Bauteile war kein Unterfangen von heute auf morgen. Die Mannschaft in Woking investierte viel Zeit in die mechanische Betätigung und die strukturelle Integrität, die zwingend erforderlich sind, um die aerodynamischen Flächen auch unter hoher Last zuverlässig umzuklappen. Eine frühe Fertigung brachte bereits zuvor im Entwicklungsprozess einen Streckenprototypen hervor, der den Ingenieuren erste Messwerte lieferte, ehe das finale Produktionspaket für den Renneinsatz in Monza freigegeben wurde.
Mit der Bezeichnung H-Wing hat McLaren zudem eine eigenständige technische Identität für seine Variante des Rotationsflügels geschaffen. Während Beobachter im Fahrerlager den Mechanismus umgangssprachlich als umgedrehten oder rotierenden Heckflügel bezeichnen, verweist McLarens eigene Namensgebung auf feine Struktur- und Profilvariationen aus der eigenen Entwicklungsabteilung. Wie der H-Wing die schnellen Übergänge zwischen den Anbremszonen und Beschleunigungsphasen meistert, wird in den Freitagstrainings unter genauer Beobachtung stehen.
Das Upgrade nach Monza zu bringen, schafft zudem einen spannenden technischen Vergleich mit Ferrari auf dem Heimboden der Scuderia. Nachdem man das Ursprungskonzept vor Monaten am roten Auto gesehen hatte, reist McLaren nun nach Italien, um zu demonstrieren, wie weit der eigene Entwicklungsweg vorangeschritten ist. Sobald das Training beginnt, wird die Stoppuhr das erste endgültige Urteil darüber fällen, ob McLarens ehrgeiziges Aerodynamik-Wagnis tatsächlich einen spürbaren Leistungsvorteil bringt.