APEX RACEWIRE Redaktion

Max Verstappen bindet sich nach Abschiedsgedanken bis 2030 an Red Bull

Der viermalige Weltmeister hat seinen Vertrag bei Red Bull vorzeitig um zwei Jahre verlängert und gibt zu, dem Rücktritt näher als einem Teamwechsel gewesen zu sein.

Von Michael de Vries - 2026-08-20 13:37:02.000 - 3 Min. Lesezeit

Photo: Alberto-g-rovi / Wikimedia Commons · CC BY 3.0

Max Verstappen hat den anhaltenden Spekulationen über seine Zukunft in der Formel 1 ein Ende gesetzt und einen Vertrag beim Red-Bull-Team bis zum Ende der Saison 2030 unterzeichnet. Die Bekanntgabe, die am Vorabend seines Heimspiels in Zandvoort erfolgte, verlängert das zuvor bis Ende 2030 gültige Arbeitspapier um zwei Jahre. Der viermalige Weltmeister räumte jedoch ein, dass sein primäres Dilemma zu Beginn des Jahres nicht darin bestanden habe, die Fronten zu wechseln, sondern ob er überhaupt im Sport weitermachen wolle.

Die Frustrationen erreichten nach der Einführung der neuen Antriebsregeln zu Saisonbeginn ihren Höchststand. Die starke Abhängigkeit von Energierückgewinnungssystemen und die daraus resultierende Entleerung der Batterien auf langen Geraden führten dazu, dass Verstappen beim Rennwochenende in Suzuka offen seine Motivation infrage stellte. Im Gespräch mit Medienvertretern im Fahrerlager vor dem Großen Preis der Niederlande räumte der Niederländer ein, wie nah er an einem vollständigen Ausstieg aus der Meisterschaft war.

Gespräche mit Führungspersönlichkeiten aus der Formel 1 und der FIA trugen im Saisonverlauf dazu bei, seine Haltung aufzuweichen. Die Verantwortlichen reagierten auf die weitverbreitete Unzufriedenheit der Fahrer, indem sie sich darauf einigten, das Reglement für 2027 und 2030 anzupassen und die hohe Abhängigkeit vom elektrischen Boost im Vergleich zum Verbrennungsmotor zu verringern. Verstappen betonte, dass diese konstruktiven Gespräche in Verbindung mit der persönlichen Akzeptanz der aktuellen Wettbewerbssituation ihn schließlich davon überzeugt hätten, im Feld zu bleiben.

Der Zeitplan des neuen Abkommens deckt sich zudem mit potenziellen künftigen Motorenzyklen. Verstappen hob hervor, dass das Ende seines neuen Vertrags mit den voraussichtlichen Diskussionen über die Einführung von V8-Antrieben für 2031 zusammenfällt. Für einen Piloten, der sich wiederholt für die Reinheit des traditionellen Rennsports ausgesprochen hat, bietet die Aussicht auf einen künftigen Regelwechsel einen reizvollen Horizont. Er räumte jedoch ein, dass unter dem gegenwärtigen Hybridregime weiterhin Kompromisse notwendig sind.

Trotz hartnäckiger Gerüchte über Verbindungen zu Mercedes und Hintergrundgesprächen seines Managements mit McLaren betonte Verstappen, dass ein Wechsel zu einem Konkurrenzteam nie eine echte Priorität gewesen sei. Obwohl wichtige Persönlichkeiten wie Christian Horner, Adrian Newey und Helmut Marko Red Bull in den vergangenen Jahren verlassen haben und der langjährige Renningenieur Gianpiero Lambiase bis 2028 zu McLaren wechseln wird, unterstrich der Fahrer seine tiefen Wurzeln bei der Organisation in Milton Keynes.

Verstappen beschrieb das Team als seine Familie und verwies auf seine lange Geschichte bei der Mannschaft, seit er sich 2014 als Teenager dem Juniorenkader angeschlossen hatte. Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies stand während seiner Phase der Selbstreflexion in engem Dialog mit dem Fahrer, während die Bereitschaft des Teams, externe Unternehmungen wie seinen Einsatz in einem Mercedes mit Red-Bull-Branding bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring zu unterstützen, seine Zufriedenheit in diesem Umfeld festigte.

Weder Verstappen noch Mekies gaben die genauen finanziellen Konditionen oder eventuelle Ausstiegsklauseln für den Erfolgsfall bekannt, die in dem neuen Abkommen enthalten sind. Beobachter deuten an, dass der Vertrag eine leichte Aufstockung seines bisherigen Grundgehalts beinhaltet und gleichzeitig Flexibilität für die Zukunft wahrt. Mekies wertete die Bekanntgabe als klares Vertrauensbekenntnis seines Führungsfahrers in einer Übergangsphase des Teams.

Red Bull hat unter den neuen technischen Vorschriften eine schwierige Saison auf der Strecke erlebt und in den ersten elf Saisonläufen vier Podestplätze ohne Grand Prix-Sieg eingefahren. Dennoch bekräftigte Verstappen sein langfristiges Ziel, seine Formel 1-Karriere bei dem Rennstall zu beenden, und erinnerte an frühere Gespräche mit dem verstorbenen Mitbesitzer Dietrich Mateschitz über die Etablierung einer permanenten Partnerschaft.

Zurück zu allen Formula 1-News