APEX RACEWIRE Redaktion
Carlos Sainz macht Alonso-Funk für Strafe beim Spanien-GP verantwortlich
Carlos Sainz warf seinem Landsmann Fernando Alonso vor, über Funkbeschwerden versucht zu haben, die FIA-Kommissare zu beeinflussen.
Von Nadia van Leeuwen - 2026-09-14T10:58:09.000Z - 3 Min. Lesezeit
Die Formel 1 begrüßte mit dem Großen Preis von Spanien auf dem Madring-Streckenverlauf einen brandneuen Austragungsort im Kalender, doch das Wochenende verkam rasch zu einem unschönen Wortgefecht zwischen zwei der prominentesten spanischen Fahrer des Sports. Carlos Sainz und Fernando Alonso hielten die Atmosphäre vor dem Start noch herzlich, doch diese vorangehende Freundlichkeit verflüchtigte sich, sobald der Rennbetrieb auf der Strecke wieder aufgenommen wurde. Im Kampf um Positionen im hinteren Mittelfeld gerieten die beiden Landsleute in ein enges Rad-an-Rad-Duell, das für beide Männer in einer Enttäuschung endete und ein Nachspiel im Wortgefecht nach dem Rennen auslöste.
Der Knackpunkt ereignete sich in der Anfangsphase des Grand Prix, als Alonso zum Angriff auf Sainz ansetzte, um Platz 17 zu erobern. Bei der Annäherung an Kurve 5 kam es zur Berührung zwischen den beiden Piloten, die sichtbare Beschädigungen am Frontflügel des Aston Martin zur Folge hatte. Über das Manöver erbost, wandte sich der zweimalige Weltmeister sofort an seinen Boxenfunk, um seinem Ärger über den Williams-Fahrer Luft zu machen. Alonso behauptete, sein Konkurrent sei von Beginn an aggressiv gefahren, und warf dem gebürtigen Madrider vor, ihn beim Bremsen in Richtung der Wand gedrängt zu haben.
Sainz wiederum verteidigte seine Fahrweise vehement und wies die Schuld direkt an seinen Fahrerkollegen zurück. Der Williams-Fahrer legte nahe, dass Alonsos lautstarke Reaktion über den Boxenfunk ein gezieltes Manöver gewesen sei, um die Rennleitung zu beeinflussen. Im Fahrerlager nach dem Rennen behauptete Sainz, sein Konkurrent habe es geschafft, genau wie sonst auch eine Strafe von den Offiziellen zu provozieren. Die Kollision wurde von den Rennkommissaren untersucht, die rasch einschritten, um die Verantwortung für den Kontakt in Kurve 5 zu klären.
Dem offiziellen Urteil der Kommissare zufolge näherte sich Alonso Sainz bei der Anfahrt auf die Kurve und war im Begriff, auf Höhe von dessen Fahrzeug zu gelangen, als der Vorfall stattfand. Das Gremium stellte fest, dass Sainz sich nach bereits begonnenem Bremsvorgang zum rechten Fahrbahnrand bewegte, was zu einer leichten Berührung der beiden Autos führte. Die Kommissare befanden ausdrücklich, dass sich Sainz während des Bremsens bewegt und dem Aston Martin auf der Außenseite nicht genügend Raum gelassen hatte.
Sainz verteidigte seine Position in der kniffligen Passage mit dem Argument, dass die Beschaffenheit von Kurve 5 exakt diese Art von Zwischenfall provoziere, da der verfügbare Asphalt dort spürbar schmaler werde. Er betonte, ein Fahrer könne nicht permanent seine Rückspiegel im Auge behalten und gleichzeitig eine enge Rechts-Links-Kombination durchfahren, da die Hauptkonzentration auf der Ideallinie vor ihm liegen müsse. Sainz bezweifelte zudem, dass Alonso zum entscheidenden Zeitpunkt des Einlenkens überhaupt auf gleicher Höhe war, und beharrte darauf, dass sein Rivale nicht weit genug neben ihm gewesen sei, um zusätzlichen Platz zu beanspruchen.
Obwohl die Kommissare zunächst nur die schwarz-weiße Flagge für das Bewegen in der Bremszone zeigten, zwang der körperliche Kontakt zwischen den beiden Autos die Offiziellen dazu, das Strafmaß auf eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe heraufzusetzen. Keiner der beiden Fahrer konnte nach der Auseinandersetzung noch ein positives Ergebnis aus ihrem Heim-Grand-Prix retten. Sainz musste seinen Williams aufgrund der erlittenen Schäden schließlich abstellen, während Alonso sich an der Zielflagge auf einen abgeschlagenen 17. Platz quälte und damit einen miserablen Nachmittag für die Lokalmatadoren abrundete.