APEX RACEWIRE Redaktion
Bottas setzt Perez im Cadillac-Duell unter Druck – Herta-Bedrohung wächst
Sergio Perez hält zur Sommerpause einen knappen Qualifying-Vorsprung auf Valtteri Bottas, doch das jüngste Momentum und die Gefahr durch Colton Herta erhöhen den Druck bei Cadillac.
Von Michael de Vries - 2026-08-18T06:15:52.000Z - 2 Min. Lesezeit
Cadillac setzte bei seiner Formel-1-Debütsaison voll auf Erfahrung und verpflichtete Valtteri Bottas und Sergio Perez, um den neuen US-Rennstall anzuführen. Mit zusammen mehr als 400 Grand-Prix-Starts, mehreren Rennsiegen und jahrelanger Erfahrung an der Seite von Titelanwärtern bei Mercedes und Red Bull bot das Duo einen etablierten Maßstab für eine Marke, die ihre ersten Schritte in der Startaufstellung macht.
Nach elf Saisonläufen 2026 spiegelt das Klassement die harte Realität eines Neuanfangs wider. Cadillac ist der einzige Teilnehmer, der noch ohne WM-Punkt dasteht – immer wieder ausgebremst durch Kinderkrankheiten, die Rennen vorzeitig beendeten. Rauchschwaden an den Ecken des Autos führten bei beiden Fahrern zu frühen Ausfällen, sodass der reine Grundspeed am Sonntag meist im Verborgenen blieb.
Da mechanische Ausfälle die tatsächliche Rennpace verschleiern, ist das Qualifying-Trim zum primären Maßstab für das teaminterne Duell geworden. Perez konnte sich in der ersten Saisonhälfte einen knappen Vorsprung auf Bottas erarbeiten und hinterließ auf den Kursen von Melbourne über Silverstone bis zum Hungaroring den stärkeren Ersteindruck.
Dieser frühe Vorteil schmolz bei den letzten Events vor der Sommerpause jedoch kontinuierlich dahin. Bottas zeigte einen klaren Aufwärtstrend, verringerte den Qualifying-Rückstand und wendete das Blatt gegenüber seinem mexikanischen Teamkollegen. Seine stetigen Fortschritte brachten neues Gleichgewicht in eine Garage, die sich anfangs zur anderen Seite geneigt hatte.
Die anfängliche Differenz zwischen den beiden Fahrern lag vor allem an der Streckenzeit. Perez profitierte davon, schon lange vor Saisonbeginn Testrunden für Cadillac absolviert zu haben, während Bottas 2025 als Ersatzfahrer bei Mercedes verbrachte. Als sich der Finne an den Boliden gewöhnt hatte, glich sich dieser Vorbereitungsrückstand allmählich aus.
Auf den Straßen von Monte Carlo war das Team seinem ersten WM-Punkt am nächsten, ehe selbstverschuldete Fehler dazwischenkamen. Perez sah die Zielflagge als Zehnter, wurde von den Sportkommissaren jedoch nach hinten versetzt, weil er die Startprozedur nicht korrekt befolgt hatte – womit der historische erste WM-Punkt für Cadillac dahin war.
Dieses verpasste Meilenstein-Ergebnis wiegt schwerer als der reine Prestigeverlust, insbesondere da der Fahrermarkt die zweite Jahreshälfte überschattet. Cadillac drängt offen darauf, Ersatzfahrer Colton Herta für 2027 in ein Stammcockpit zu befördern, wodurch sich das interne Qualifying-Duell in ein hochdotiertes Vorsprechen verwandelt, bei dem sich keiner der beiden Routiniers einen Rückstand leisten kann.