APEX RACEWIRE Redaktion
Nakamura-Berta führt engen Formula-Regional-Titelkampf nach Imola
Vier Fahrer liegen innerhalb von 20 Punkten, wenn die FIA Formula Regional European Championship nach der Sommerpause zu drei entscheidenden Rennen in Imola antritt.
Von Michael de Vries - 2026-09-02T10:00:00.000Z - 3 Min. Lesezeit

Der Titelkampf der ersten Saison der FIA Formula Regional European Championship wird an diesem Wochenende in Imola fortgesetzt und schickt vier Titelanwärter in ein intensives Double-Header-Saisonfinale. Nach einer sechswöchigen Sommerpause reist die Nachwuchsserie für ihren vorletzten Saisonlauf zum Autodromo Enzo e Dino Ferrari, wo drei Rennen am Samstag und Sonntag das Gesamtklassement neu ordnen dürften, bevor der Tross direkt zum Finale nach Hockenheim weiterzieht.
Mit einem knappen Vorsprung von 13 Punkten geht Kean Nakamura-Berta von Prema Racing mit 172 Zählern als Führender der vorläufigen Gesamtwertung in das siebte Rennwochenende, nachdem er Siege auf dem Red Bull Ring, in Monza und auf dem Circuit Paul Ricard gefeiert hat. Hinter dem britischen Rennfahrer bleibt die Verfolgergruppe extrem eng beisammen. Der US-Amerikaner Sebastian Wheldon von MP Motorsport und der emiratische Pilot Rashid Al Dhaheri von R-ace GP liegen mit jeweils 159 Punkten gleichauf, während der beste Rookie Emanuele Olivieri mit 152 Punkten nur 20 Zähler zurückliegt.
Dieser geringe Abstand an der Spitze spiegelt eine Saison wider, die verschiedenste Sieger hervorgebracht hat, ohne dass sich ein einzelnes dominantes Paket herauskristallisierte. Wheldon reist mit einem Doppelsieg in Zandvoort sowie einem weiteren Erfolg auf dem Circuit Paul Ricard im Gepäck nach Italien, während Al Dhaheri Triumphe in Österreich, Monza und auf dem Hungaroring verbuchte. Olivieri, der sein Heimspiel in Monza gewann, bleibt sowohl im Kampf um den Gesamttitel als auch um die Rookie-Krone in Schlagdistanz. Zudem belegen die Rennsiege von Reno Francot, Alexandre Munoz, Maksimilian Popov und Yuki Sano aus der ersten Saisonhälfte die enorme Leistungsdichte des Feldes.
Grundlage für diese Ausgeglichenheit ist das für die Saison 2026 neu eingeführte Formel-Regional-Rennfahrzeug der zweiten Generation. Alle Teilnehmer treten mit identischen Tatuus T 326-Chassis auf Pirelli-Reifen an, die vom italienischen Konstrukteur in Zusammenarbeit mit dem Dachverband entwickelt wurden. Das Fahrzeug basiert auf aerodynamischen Konzepten aus der Formel 1, um engere Rad-an-Rad-Duelle zu fördern, und verfügt zudem über ein von der FIA entwickeltes Push-to-Pass-System im 'Race Mode', mit dem die Piloten die volle Motorleistung per Lenkradtaste abrufen können.
Als zweite Stufe auf der Formelsport-Nachwuchsleiter der FIA dient die Serie als Brücke zwischen den nationalen Formel-4-Meisterschaften und der FIA Formel 3. Nach der Nachfolge der von Alpine unterstützten FRECA-Plattform wird die Meisterschaft vom Automobile Club d’Italia veranstaltet und genießt als standardisiertes Nachwuchsfeld die volle Unterstützung der FIA. Für den Verband ist das Erlernen operativer Disziplin in einem kontrollierten Umfeld ebenso wichtig wie reine Rundenzeiten.
Das Streckenpensum am Imola-Wochenende fällt beträchtlich aus: Los geht es mit Testfahrten am Donnerstag, ehe am Freitagmorgen das offizielle freie Training beginnt. Das Qualifying am Freitagnachmittag teilt das Starterfeld in zwei 15-Autos-Gruppen auf, um die Startaufstellung für das Auftaktrennen am Samstag sowie für den zweiten Lauf mit teilweise umgekehrter Startaufstellung festzulegen. Am Sonntagmorgen folgt ein zweiter geteilter Qualifikationsdurchgang vor dem dritten 30-minütigen Rennen – auf einer physisch fordernden Strecke, die von Höhenunterschieden, engen Schikanen und schnellen Mutpassagen geprägt ist.
Mit Blick auf den Neustart hob Emanuele Pirro, Präsident der FIA Single-Seater Commission, die doppelten Anforderungen an das Feld hervor. Die lange Sommerpause erfordere von den Piloten, saubere Fahrstandards einzuhalten und gleichzeitig mit der Anspannung im Titelkampf umzugehen. Pirro ordnete das bevorstehende Meisterschaftsduell als konstruktiven Druck für die Spitzenreiter ein, rief die Fahrer im weiteren Feld jedoch dazu auf, das hochklassige Umfeld zu nutzen, bevor die Saison nächste Woche in Deutschland zu Ende geht.