APEX RACEWIRE Redaktion
Honda bestätigt überarbeitete Engine-Spec für Aston Martin vor Grand Prix in Zandvoort
Honda bringt in Zandvoort eine stark überarbeitete Power Unit für Aston Martin. Über das FIA-Entwicklungssystem zielt der Hersteller auf eine schnellere Verbrennung und weniger innere Reibung ab.
Von Ruben Smit - 2026-08-10T19:41:27.000Z - 3 Min. Lesezeit

Honda hat sein Schweigen zu einem umfassenden Upgrade der Power Unit gebrochen, das beim anstehenden Dutch Grand Prix für Aston Martin zum Einsatz kommen soll. Der überarbeitete Motor, intern als Spec-Two-Entwicklung bezeichnet, stellt die primäre technische Antwort des japanischen Herstellers auf eine anspruchsvolle Anfangsphase der Formula-1-Saison 2026 dar.
Shintaro Orihara, Trackside General Manager und Chefingenieur von Honda, erläuterte den Umfang des Projekts und veranschaulichte die mechanischen Hauptbereiche, auf die sich die Ingenieure im HRC-Werk in Sakura konzentriert haben. Statt einer bloßen Feinabstimmung des Motormappings liegt der Fokus der Neuentwicklung auf dem thermischen Wirkungsgrad im Kern. Ziel ist es, jeder Verbrennungsphase mehr nutzbare Leistung abzugewinnen und gleichzeitig parasitäre Verluste im Kurbelgehäuse zu reduzieren.
Die Beschleunigung der Flammenausbreitung in den Zylinderköpfen bildete das zentrale Fundament des Entwicklungsprogramms. Um dies zu erreichen, überarbeitete Honda die Vorkammerzündung und veränderte die Oberflächengeometrie der Kolben. Die neuen Konturen der Kolbenböden sind darauf ausgelegt, Gemischbewegung und Druckverteilung zu optimieren, was die Verbrennungsdauer bei maximaler Verdichtung verkürzt.
Zudem nahmen die Ingenieure die innere Reibung ins Visier, um mechanische Leistung zurückzugewinnen, die zuvor durch Ölwiderstand und den Kontakt beweglicher Bauteile verloren ging. Anpassungen an der Schmierungsarchitektur verändern die Zirkulation des Öls durch kritische Lagerstellen und Zapfen. Dies senkt die parasitären Verluste über das gesamte Drehzahlband des Motors, ohne die Haltbarkeit der Komponenten unter dauerhafter thermischer Rennbelastung zu beeinträchtigen.
Ermöglicht wurde dieser Entwicklungszyklus durch das ADUO-Reglement (Additional Upgrade and Development Opportunities) der FIA. Dieses System wurde geschaffen, um Herstellern von Power Units, die mehr als vier Prozent hinter der Leistungsgrenze des Feldes zurückliegen, homologierte Überarbeitungen zu erlauben. Es verschaffte Honda den nötigen reglementarischen Spielraum für strukturelle innere Anpassungen mitten in der Saison.
Die erste Validierung auf der Rennstrecke erfolgte unmittelbar nach dem Grand Prix von Ungarn im Rahmen eines offiziellen Filmtags auf dem Hungaroring. Diese ersten Testfahrten erlaubten den Honda-Technikern, das thermische Verhalten und die Sensorkalibrierung zu überprüfen, bevor die aktualisierten Einheiten für das engmaschige, von Steilkurven geprägte Streckenlayout von Zandvoort für das Rennen freigegeben wurden.
Während in den Fahrerlager-Gerüchten von potenziellen Zugewinnen von bis zu 40 bis 50 PS die Rede war, hielt sich Honda mit öffentlichen Leistungsangaben zurück. Orihara bestätigte lediglich, dass die Prüfstandstests in Sakura alle internen Zielvorgaben erfüllt haben, und mahnte zur Vorsicht: Der tatsächliche Wettbewerbsfortschritt werde sich erst auf der Strecke im direkten Vergleich mit den rivalisierenden Power Units zeigen.
Für Aston Martin ergänzt das Motoren-Update das umfangreiche Aerodynamik- und Chassis-Paket der Spec-B, das in Budapest eingeführt wurde. Die Integration einer schnelleren Verbrennung und reduzierter innerer Reibung mit der überarbeiteten Karosserie gibt dem Team aus Silverstone seinen bisher substanziellsten zweiseitigen Leistungsschub des Jahres, während das Fahrerlager den Rennbetrieb in den Niederlanden wieder aufnimmt.