APEX RACEWIRE Redaktion
Ferrari plant angeblich Motor-Update beim Italien-GP
Ferrari setzt in Monza offenbar die zweite ADUO-Power-Unit ein, flankiert von neuem Kraftstoff und aerodynamischen Teilen.
Von Michael de Vries - 2026-08-28T15:50:41.000Z - 2 Min. Lesezeit

Ferrari hat Medienberichten zufolge die endgültige Entscheidung getroffen, beim Großen Preis von Italien am kommenden Wochenende das zweite erlaubte Motoren-Upgrade einzusetzen. Berichten italienischer Medien und Motorsportportale zufolge plant das Team aus Maranello den Einsatz der neuen Spezifikation bei seinem Heimrennen, nachdem unter der Woche erfolgreiche Zuverlässigkeitstests absolviert wurden. Da diese Entwicklung von offizieller Seite noch nicht bestätigt wurde, sollten Beobachter den Einsatz jedoch bis zum Beginn der Trainingssitzungen in Monza als unbestätigtes Paddock-Gerücht betrachten.
Die anstehende Motorenüberarbeitung fällt unter das ADUO-System (Additional Upgrades and Development Opportunities) der Formel 1. Zu Beginn der Saison ergab eine Einstufung, dass Ferrari mehr als vier Prozent hinter dem Benchmark-Motorenlieferanten Red Bull Racing lag. Dieser Leistungsrückstand brachte dem italienischen Rennstall zwei Entwicklungstokens ein. Das erste dieser Updates wurde im Juni beim Großen Preis von Österreich integriert.
Diese zweite Version, die gemeinhin als ADUO-2-Spezifikation bezeichnet wird, verfügt Berichten zufolge über einen überarbeiteten und größeren Turbolader. Schätzungen aus dem Fahrerlager gehen davon aus, dass die Modifikation etwa fünfzehn PS Mehrleistung bringt. Ingenieure hoffen, dass dieser gezielte Leistungszuwachs den aktuellen Höchstgeschwindigkeitsrückstand auf Tabellenführer Mercedes halbieren kann. Zusätzliche Performance soll zudem von einem neu formulierten Kraftstoff des langjährigen Partners Shell stammen.
Neben den mechanischen Modifikationen bringt das Team weitere aerodynamische Updates zu seinem Heimspiel mit. Diese Pakete beinhalten eine neue Version des Heckflügels, die gemeinhin als Macarena bekannt ist. Darüber hinaus werden die SF-26-Boliden eine Sonderlackierung tragen, die der glanzvollen Karriere von Michael Schumacher gewidmet ist, ergänzt durch Gedenk-Rennerzüge für die Fahrer Charles Leclerc und Lewis Hamilton.
Strategische Maßnahmen der Konkurrenz könnten die Ambitionen der Scuderia an diesem Wochenende unabsichtlich unterstützen. Mercedes bestätigte, dass Andrea Kimi Antonelli nach dem Einbau einer neuen Power Unit das Rennen vom Ende des Startfelds beginnen muss. Teamkollege George Russell droht ebenfalls eine Startplatzstrafe für einen bevorstehenden Motorenwechsel, wobei Mercedes noch nicht spezifiziert hat, bei welchem Grand Prix diese Sanktion fällig wird.
Zu Beginn des Monza-Wochenendes belegt Ferrari den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung und liegt 87 Punkte hinter Mercedes. In der Fahrer-Weltmeisterschaft belegt Hamilton den dritten Rang, mit einem Rückstand von 59 Punkten auf Antonelli. Auf seine Erwartungen für den Großen Preis von Italien angesprochen, äußerte sich Teamchef Fred Vasseur gewohnt zurückhaltend.
Vasseur wies darauf hin, dass die Form des Teams im Vergleich zu den Vorab-Prognosen oft schwanke, und betonte, dass akribische Ausführung schwerer wiegt als reines Potenzial. Er unterstrich, dass die wichtigste Lehre aus dem vorangegangenen Lauf in Zandvoort die absolute Notwendigkeit eines fehlerfreien operativen Wochenendes sei, um an der Spitze des Feldes zu siegen.